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Pflege durch Angehörige – Tipps und Hinweise

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Pflege durch Angehörige – Tipps und Hinweise bei der Pflege zu Hause

Die Pflege durch Angehörige zu Hause ist neben der Pflege in einer stationären Pflegeeinrichtung und der ambulanten Pflege durch einen Pflegedienst eine Form der Pflege. Dabei gibt es jedoch ein paar Punkte zu beachten, sowohl für Angehörige als auch Pflegebedürftige selbst. Erfahren Sie in diesem Beitrag alles Wichtige über die Pflege durch Angehörige.

Warum Pflege durch Angehörige?

Für die Pflege durch Angehörige gibt es viele gute Gründe.

Vertrauen gegenüber den Angehörigen

Pflegebedürftige haben in der Regel gegenüber Angehörigen ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis. Übernehmen Kinder als Angehörige die Pflege, besteht dieses Vertrauensverhältnis bereits seit Kindesalter. Das Vertrauensverhältnis erstreckt sich dabei meist nicht nur auf die Pflege als solches, sondern auch z. B. auf Eigentum.

Erhalt der vertrauten Umgebung

Da die Pflege durch Angehörige in der Regel auch in den heimischen vier Wänden stattfindet, bleibt die bislang vertraute Umgebung erhalten. Ein Blick in den Garten, ein bequemer Fernsehsessel oder der tägliche Plausch mit dem Nachbar sind nur einige Beispiele dafür, wie bisherige Lebensqualität auch im Pflegefall erhalten bleibt.

Kostenvorteile

Zu guter ist die Pflege durch Angehörige auch eine Kostenfrage. Insbesondere Kosten der Alltagsbegleitung (Einkaufen etc.) oder bei der Ernährung lassen sich so einsparen bzw. dass hierfür nicht verwendete Budget für andere Dinge verwenden.

Pflege durch Angehörige
Pflege durch Angehörige

Wann Pflege durch Angehörige?

Wann die Pflege durch Angehörige sinnvoll oder möglich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Zunächst einmal muss grundsätzliche Bereitschaft auf Seite der Angehörigen bestehen, die tägliche Pflege durchzuführen. Bereitschaft bedeutet in regelmäßigen Zeitabständen, wiederkehrende Arbeiten dauerhaft durchzuführen. Hierzu zählen insbesondere die Körperpflege, die Alltagsbegleitung und die Ernährung.

Als zweitem wichtigen Punkt, sind räumliche und zeitliche Fragen zu klären. Ist die Pflege in der jetzigen Wohnung oder dem Haus möglich oder müssen die Räumlichkeiten umgebaut werden? Ist die Pflege in den bisherigen Alltag zeitlich integrierbar? Müssen gegebenenfalls mit dem Arbeitgeber eine Arbeitszeitenverschiebung besprochen oder Sonderurlaub bzw. eine Freistellung besprochen werden? Diese und weitere Fragen helfen bei der Pflegeplanung.

Letzter und wichtiger Punkt ist jedoch die Frage nach der vorhandenen Pflegekompetenz der Angehörigen. Je höher der Pflegegrad, desto höher tendenziell der Pflegeaufwand und desto höher sind tendenziell die erforderlichen Fachkenntnisse. Reicht die Pflegekompetenz nicht aus oder trauen sich Angehörige einzelne Aufgaben nicht zu, stellt die kombinierte Pflege (Kombinationspflege) eine Alternative zur reinen Pflege durch Angehörige dar. Bei der kombinierten Pflege teilen sich Angehörige und mobiler Pflegedienst sowohl die Pflege als auch die Leistungen der Pflegekasse (Pflegegeld und Pflegesachleistungen).

Pflege durch Angehörige: Antrag auf Pflegegrad und Pflegegeld

Für die Pflege durch Angehörige gibt es keine bestimmten Voraussetzungen. Damit jedoch ein Ausgleich für den anfallenden Pflegeaufwand und für bestimmte Pflegemittel durch die Pflegekasse gezahlt, sind zwei Dinge zu berücksichtigen:

Pflegegrad beantragen

Mit Beantragung und Zuteilung eines Pflegegrades besteht Anspruch auf Pflegeleistungen durch die Pflegekasse. Die Höhe richtet sich nach dem zugeteilten Pflegegrad. Je höher der Pflegegrad, desto höher die Leistungen.

Pflegegeld beantragen

Anstelle von Pflegesachleistungen für die Verwendung für externe mobile Pflegedienst ist das Pflegegeld zur freien Verwendung vorgesehen. Im Regelfall leiten Pflegebedürfte dieses nach Auszahlung durch die Pflegekasse an die pflegenden Personen weiter.

Pflege durch Angehörige: Pflegegeld und Kosten

Die Pflege zu Hause durch Angehörige ist mit einmaligen und laufenden Kosten verbunden. Um diese Kosten zu decken, ist unter anderem das Pflegegeld vorgesehen. Einmalige Kosten sind insbesondere jene, die durch den Umbau zum barrierefreien Badezimmer entstehen. Um diese Kosten zu decken, ist insbesondere der Pflegekassenzuschuss vorgesehen.

Laufende Kosten entstehen z. B. durch die regelmäßige Anschaffung bestimmter Pflegemittel. Aber auch der Zeitaufwand für die Pflege stellt in gewisser Weise für Angehörige so genannte Opportunitätskosten in Form von entgangenem Arbeitslohn oder einem Verzicht auf Freizeit dar, die über das Pflegegeld kompensiert werden.

Kostenkompensierung durch Entlastungsbetrag

Die Kosten bei der Pflege durch Angehörige können durch einen Entlastungsbetrag teilweise kompensiert werden. Hierbei handelt es um keinen in bar ausbezahlten Geldbetrag für die durch Angehörige erbrachte Pflegeleistungen, sondern um eine Sachleistung. D. h. für die eigentliche Kompensierung müssen die Verwendung des Pflegegeldes und der Verwendungszweck des Entlastungsbetrages miteinander verglichen werden. Wie der Entlastungsbetrag genau funktioniert, lesen Sie in diesem Beitrag ausführlich.

Welche Auswirkungen hat die Pflege durch Angehörige auf das Rentendasein, die Rente und die Rentenversicherung?

Nicht selten geben Angehörige ihren Beruf auf oder reduzieren die Arbeitszeit, um Angehörige zu pflegen. Um dadurch später im Rentenalter keine Nachteile zu haben, sieht die Deutsche Rentenversicherung einige Regelungen für Rentenansprüche von Angehörigen vor. Um welche es sich dabei handelt und was es dabei zu beachten gilt, können Sie in diesem Bericht ausführlich nachlesen.

Pflege durch Angehörige: Pflegezeit durch Freistellung und Sonderurlaub

Damit Angehörige die Pflege organisieren und auch durchführen können ist die hierfür notwendige Pflegezeit, wie eingangs erwähnt, ein ganz entscheidender Faktor. D. h. die Pflege hat nicht nur Auswirkungen auf das eigene Rentendasein, sondern auch den derzeitigen (Berufs)Alltag. Die Arbeitgeber muss über die Umstände informiert und mit diesem eine Lösung gefunden werden. Der Gesetzgeber unterstützt dabei Angehörige, die andere Angehörige pflegen möchten bzw. müssen, durch einige Vorschriften. Die Regelungen gewährten nicht nur in bestimmten Fällen Kündigungsschutz, sondern regeln auch Transferleistungen und Pflegezeiten. Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in diesem Bericht.

Fazit

„Mehr als zwei Drittel der 2,63 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause versorgt – die meisten von ihnen durch Angehörige. Das zeigt die Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes. Demnach leben 71 Prozent oder 1,86 Millionen der Menschen, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, in den eigenen vier Wänden.

Der Großteil davon – 1,25 Millionen – erhält laut der Statisik Pflegegeld. Das bedeutet, dass sie in der Regel durch Angehörige gepflegt werden.“ (Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, KNA, sk, Titel: Mehrheit der Pflegebedürftigen wird von Angehörigen versorgt, v. 12.03.2015).

Auch wenn die Zahlen dieses Berichtes schon einige Jahre zurückliegen, so haben sich diese bestätigt. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, die durch Angehörige betreut werden, ist weiter gestiegen.

„Ein Großteil der Pflege in Deutschland lastet laut Statistik auf den Schultern von Familienangehörigen: Von den 2,59 Millionen zu Hause versorgten Patienten wurden 1,76 Millionen ausschließlich von Angehörigen betreut.“ (Quelle: Ärzteblatt online, Titel: Pflege findet weiterhin vor allem durch Angehörige statt v. 03.09.2019).

Zutreffender hätte der der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, die Situation nicht zusammenfassen können. In erstgenanntem Artikel bezeichneter er die Familie als größten Pflegedienst Deutschlands.

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Ausblick

Bei einem Blick auf die Alterspyramide wird deutlich, dass der Anteil alter Menschen in der Bevölkerung weiter zunimmt. Deswegen ist damit zu rechnen, dass sich auch viele weitere pflegebedürftige Menschen für die Pflege durch Angehörige entscheiden.

Damit diese jedoch erfolgen kann, müssen die rechtlichen und auch praktischen Rahmenbedingungen stimmen.

Wir von SchnellesBad Deutschland leisten hierzu unseren Beitrag, in dem wir gerne auch ihr Badezimmer alters- und pflegegerecht umbauen. Ob Umbau Wanne zur Dusche, bodengleiche Dusche oder Sitzbadewanne mit Tür – Unsere deutschlandweit tätigen Handwerker und Monteure finden auch für ihr Bad die passende Lösung.

Haben Sie Fragen, wünschen eine Beratung oder möchten einen Termin mit SchnellesBad Deutschland vereinbaren? Dann freuen wir uns über ihren Anruf oder E-Mail. Hier finden Sie unsere Kontaktmöglichkeiten.

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