Barrierefrei Bauen

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Barrierefrei Bauen – Was gilt es zu beachten?

Barrierefrei Bauen, um anschließend barrierefrei Wohnen zu können, hat gegenĂŒber dem Kauf und / oder Renovierung einer Wohnung viele Vorteile. Erfahren Sie in diesem Beitrag alles Wichtige rund um das Thema „Barrierefrei Bauen“

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Was bedeutet barrierefrei Bauen?

Barrierefrei Bauen beginnt bereits vor dem eigentlichen Bauvorhaben mit der Planung. Ohne sorgfĂ€ltige Planung, wird nach Fertigstellung keine oder nur bedingte Barrierefreiheit erreicht werden. Barrierefrei Bauen oder in einer nicht vollstĂ€ndigen Variante barrierearm Bauen bedeutet, dass die RĂ€umlichkeiten von allen Menschen entweder gĂ€nzlich ohne fremde Hilfe oder nur mit einigen wenigen Hilfsmitteln genutzt werden können. HĂ€ufig verwendet die Literatur auch synonym den Begriff „behindertengerechtes Bauen“.

Paragraf 2, Absatz 1 SGB IX enthÀlt eine Definition von Behinderung:

„Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder SinnesbeeintrĂ€chtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit lĂ€nger als sechs Monate hindern können. Eine BeeintrĂ€chtigung nach Satz 1 liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem fĂŒr das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine BeeintrĂ€chtigung nach Satz 1 zu erwarten ist.“

WĂ€hrend also fĂŒr das Vorliegen einer Behinderung eine zeitliche Komponente notwendig ist (mit hoher Wahrscheinlichkeit lĂ€nger als sechs Monate) und diese demnach Bestandteil der Bezeichnung „behindertengerecht Bauen“ wĂ€re, ist eine zeitliche Komponente fĂŒr barrierefreies Bauen nicht vorgesehen. Mit anderen Worten: Die synonyme Verwendung von barrierefrei Bauen und behindertengerecht Bauen erweist sich als nicht korrekt. Vielmehr ist behindertengerechtes Bauen eine Teilmenge von barrierefreiem Bauen. Denkbar wĂ€re zum Beispiel, dass aufgrund einer vorĂŒbergehenden Knieverletzung oder nach dem Einsatz einer kĂŒnstlichen HĂŒfte temporĂ€r fĂŒr weniger als sechs Monate ein Treppenlift eingebaut wird.

Barrierefrei Bauen: Das GrundstĂŒck

Die Auswahl eines neuen oder der Betrachtung eines vorhandenen BaugrundstĂŒcks stellt den ersten wichtigen Schritt dar. Steht der Kauf eines neuen BaugrundstĂŒcks bevor, machen Sie sich mit der Lage und der Infrastruktur vertraut. Sollten Sie die Wahl zwischen mehreren GrundstĂŒcken haben, kann es durchaus sinnvoll sein, jenes auszuwĂ€hlen, das möglichst ebenerdig liegt und eine gute Infrastrukturanbindung hat. Ein GrundstĂŒck in Hanglage mit steilen Straßen, die im Winter zufrieren oder schlechte Straßen und Gehwege haben zwar zunĂ€chst einmal keine Auswirkungen auf die Barrierefreiheit im Haus oder der Wohnung selbst. MĂŒssen jedoch BĂŒrgersteige oder die Hofeinfahrt von Eis- und Schnee befreit werden, steigt durch den Abhang das Sturz- und Verletzungsrisiko. Zudem erschweren ein steiler Berg oder Hang tĂ€gliche Besorgungen oder SpaziergĂ€nge von zu Hause aus und bilden so durch den Auf- und Abstieg unfreiwillig Barrieren, die im Haus selbst durch einen Treppenlift oder ebenerdige WohnflĂ€che beseitigt wurden.

Befindet sich das GrundstĂŒck hingegen bereits im Eigentum, entfallen derartige Überlegungen zur Lage und Beschaffenheit. Aber auch dann sind grundsĂ€tzliche Überlegungen zur Bebauung des GrundstĂŒckes sinnvoll.

Barrierefrei Bauen: Bauplanung

Nach der GrundstĂŒckswahl steht die Herausforderung der Bauplanung bevor. Neben der Planung der Immobilie auf der einen Seite, steht auf der anderen Seite die Finanzplanung. Welche ZuschĂŒsse und sonstigen Fördermittel gibt es? Welche Voraussetzungen mĂŒssen hierfĂŒr erfĂŒllt werden? Soll bzw. muss und wenn ja wie viel Eigenkapital eingesetzt werden? Welche Laufzeit hat ein Kredit und wie setzen sich Zins- und Tilgung zusammen. Diese und weitere Fragen gilt es zu beantworten.

Fördermöglichkeiten

Eine Barrierefrei Bauen Förderung existiert in vielschichtiger Weise. Liegt ein Pflegegrad vor, kommt in jedem Fall der Pflegekassenzuschuss in Höhe von 4.000 Euro in Betracht. Auch die Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau, Landesbanken der einzelnen BundeslĂ€nder sowie teilweise auch Kommunen stellen Fördermittel zum barrierefrei Bauen zur VerfĂŒgung. Hierbei handelt es sich entweder um reine Förderkredite, um ZuschĂŒsse oder um eine Kombination aus beidem. D. h. die GewĂ€hrung eines Zuschusses geht einher mit der Inanspruchnahme eines Förderkredites. In der aktuellen Niedrigzinsphase (Stand April 2020) kann es jedoch ratsam sein, die Konditionen von Förderkrediten mit Kreditangeboten der Hausbank zu vergleichen. Förderkredite haben oft starre Laufzeiten und Tilgungsanteile, sodass ein Kredit der Hausbank mitunter flexibler ist.

PflegestĂŒtzpunkte mit den entsprechenden Pflegeberatern sowie Bankberater stehen diesbezĂŒglich fĂŒr Fragen und BeratungsgesprĂ€che gerne zur VerfĂŒgung.

Bei einem Blick in die entsprechenden Förderbedingungen lĂ€sst sich feststellen, dass die Baumaßnahmen die DIN 18040-2 erfĂŒllen mĂŒssen bzw. sich daran orientieren sollen. Die DIN 18040-2 enthĂ€lt Vorschriften fĂŒr die barrierefreie Planung und Ausstattungen von Wohnungen und Außenanlagen wie z. B. MindestabstĂ€nde, Höhen oder Breiten. Obwohl diese kĂŒnftig durch die europĂ€ische DIN EN 17210 Norm kĂŒnftig ersetzt werden, um sĂ€mtliche Vorschriften betreffend Barrierefreiheit auf europĂ€ische Ebene zu harmonisieren, richtet sich die Bauplanung derzeit noch nach der gĂŒltigen deutschen Norm.

Bevor Sie sich selbst die MĂŒhe machen und die Norm detailliert zu studieren, empfehlen wir an der Stelle auf die Hilfe eines erfahrenen Architekten bzw. Bauplaners zu setzen. Dadurch ist nicht nur gewĂ€hrleistet, dass die Vorgaben der Norm eingehalten werden, sondern umgekehrt auch bei Nichtbeachtung etwaige HaftungsansprĂŒche bestehen. Verschiedene im Internet zugĂ€ngliche Datenbanken oder die Architektenkammern der einzelnen BundeslĂ€nder geben Auskunft ĂŒber Architekten, die eine barrierefreie Bauplanung anbieten.

Nachfolgende eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten baulichen Anforderungen fĂŒr KĂŒche, Bad, Wohnzimmer und Arbeitszimmer.

Barrierefrei Bauen: Die KĂŒche

Eine barrierefreie KĂŒche besitzt auf die KörpergrĂ¶ĂŸe angepasste ArbeitsflĂ€chen und SchrĂ€nke. Einzelne Schrankelemente sollten ggf. absenkbar sein. Auch Rollcontainer eignen sich sehr gut, um z. B. bestimmte KĂŒchengegenstĂ€nde aus unteren Schubladen im Sitzen entnehmen zu können. FĂŒr Rollstuhlfahrer mĂŒssen Arbeitsplatte oder SpĂŒle unterfahrbar sein. Als praktisch nĂŒtzlich erwiesen hat sich in der KĂŒche auch eine Anti-Rutsch-Beschichtung, um die Sturzgefahr bei ĂŒberschwappendem SpĂŒlwasser zu vermindern. Lichtschalter und Steckdosen mĂŒssen des Weiteren so platziert sein, dass sie jederzeit gut erreichbar sind.

Barrierefrei Bauen: Das Badezimmer

Auch fĂŒr das Badezimmer gelten besondere Anforderungen. Angefangen bei der Sitzbadewanne, ĂŒber die bodengleiche Dusche bis hin zu erhöhten Waschtischen und einem erhöhten WC – Barrieren im Badezimmer gibt es ĂŒberall. Sind Betroffene auf einen Rollstuhl angewiesen, muss der Waschtisch unterfahrbar und vor dem WC ausreichend Platz zum Wenden und Rangieren des Rollstuhls vorhanden sein. In allen FĂ€llen gehört zu den weiteren Voraussetzungen eine Anti-Rutsch Boden bzw. mit einer Anti-Rutsch Beschichtung behandelte Böden. Die MindestflĂ€che fĂŒr ein barrierefreies Bad betrĂ€gt 3,20 Quadratmeter, fĂŒr Rollstuhlfahrer 5,40 Quadratmeter.

Barrierefrei Bauen: Wohnzimmer und Schlafzimmer

Alle sonstigen RĂ€umlichkeiten mĂŒssen so konzipiert sein, dass Licht- und Elektroschalter gut erreichbar sind und die TĂŒrrahmen breit genug sind und Platz fĂŒr Rollstuhlfahrer bieten. Zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber erwiesenermaßen praktisch, ist eine gleichmĂ€ĂŸige Raumaufteilung. Winkel oder VorsprĂŒnge sehen zwar schön aus, verengen aber ggf. den Raum und DurchgĂ€nge unnötig.

Barrierefrei Bauen: Smarthome?

Smarthome bedeutet, dass bestimmte GerĂ€tschaften und EinrichtungsgegenstĂ€nde miteinander vernetzt und ferngesteuert werden können. WĂ€hrend bei einigen Elementen die Verbesserung der Wohn- und LebensqualitĂ€t im Vordergrund steht und weniger Barrierefreiheit, gibt es jedoch einige Elemente, die auch sinnvollerweise Barrieren reduzieren. Ferngesteuerte RolllĂ€den beispielsweise ersparen tĂ€glich Bewegungen, die mit Kraftaufwand verbunden sind und Schmerzen verursachen können. Aber auch Heizkörper und Markisen lassen sich fernsteuern und ersparen hier vermeidbare Bewegungen. Selbst wenn Sie dem Thema skeptisch gegenĂŒberstehen und den praktischen Nutzen zunĂ€chst nicht sehen, so raten wir jedoch dazu, Smarthome in Ihre Überlegungen miteinzubeziehen und die Voraussetzungen hierfĂŒr zu schaffen. Ob Sie dann tatsĂ€chlich die Steuerungselemente installieren und Smarthome nutzen, wĂ€re noch einmal eine andere Frage.

Vorteile Barrierefreies Bauen

Barrierefrei (Neu)Bauen hat gegenĂŒber Umbauen einige Vorteile.

ZunĂ€chst entfallen die Kosten fĂŒr die Demontage. Die vorhandene Bausubstanz wie beispielsweise Dusche oder Badewanne muss nicht abgetragen und kostenpflichtig entsorgt werden.

Dementsprechend entfĂ€llt der Aufwand fĂŒr mögliche Umbauarbeiten. Es entstehen auch hier keine zusĂ€tzlichen Kosten und die Bausubstanz wird nicht beschĂ€digt.

Neben diese zusÀtzlichen Kosten gesellt sich der Faktor Zeit. Eine sorgfÀltige Planung von vornherein ermöglicht eine Abstimmung der Bauprozesse aufeinander. Einzelne Prozesse greifen sauber ineinander und ein zuvor festgelegter Zeitplan kann eingehalten werden. Unvorhersehbarkeiten treten hier nur in seltenen FÀllen auf.

Barrierefreies Bad mit SchnellesBad Deutschland

SchnellesBad Deutschland ist ihr Experte rund um die Themen alters- und pflegegerechten Badneubau und alters- und pflegegerechte Badsanierung. Gerne kĂŒmmern wir uns auch um ihr (neues) Badezimmer und reduzieren und beseitigen geschickt Barrieren. Haben Sie Fragen zu uns oder unseren Dienstleistungen? Dann stehen wir Ihnen gerne hierfĂŒr telefonisch, per E-Mail, Kontaktformular oder Fax zu VerfĂŒgung. Hier finden Sie unsere Kontaktmöglichkeiten.

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